Chelsea Manning: Gefängnis-Alltag per Twitter

Die inhaftierte Whistleblowerin Chelsea Manning hat einen neuen Twitter-Account – und postet dort vor allem Erfahrungen aus dem Gefängnis-Alltag. Der Account „@xychelsea“ wurde am 3. April aktiv, wurde von Manning aber nach ihrer eigenen Aussage bereits vor ihrer Inhaftierung registriert.


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Anfängliche Zweifel vieler Menschen an der Echtheit des Kontos räumte Manning mit einer handgeschriebenen Stellungnahme aus, von der mittlerweile auch ein Transkript existiert. Mittlerweile wird Mannings Twitter-Konto folgerichtig auch als „verified account“ gelistet. In ihrem handschriftlichen Text zeigt Manning sich vor allem erfreut und dankbar über die Solidarität ihrer vielen Unterstützer und erklärt, wie sie ihren Twitter-Account betreibt.

Twitter über Umwege

Manning, die aus dem Gefängnis keinen direkten Zugriff auf Social Media hat, twittert, indem sie ihrem Bekannten Trevor FitzGibbon – Gründer der Firma „FitzGibbon Media“, die unter anderem auch für Julian Assange und WikiLeaks tätig ist – die Tweets per Telefon diktiert. FitzGibbon stellt die Tweets dann online und informiert Manning über Antworten und Reaktionen. Ein umständlicher Weg der Twitter-Nutzung, der aber nichtsdestotrotz funktioniert und Manning erlaubt, mit ihren Unterstützern in Kontakt zu treten. Mittlerweile verfügt ihr Twitter-Konto schon über rund 50.000 „Follower“.

Beobachtungen aus dem Gefängnisalltag

Bildquelle chelseamanning.org Chelsea Manning

Bildquelle chelseamanning.org

Wer allerdings spektakuläre Enthüllungen oder politische Meinungsäußerungen von Manning erwartet, wurde bislang enttäuscht. Die WikiLeaks-Informantin beschreibt bislang vor allem ihren Gefängnis-Alltag. Sie schreibt beispielsweise, dass sie neben ihrer Arbeit vor allem Sport treibt (sie mache etwa jeden zweiten Tag Ausdauertraining, so einer ihrer Tweets), liest und für ihr Fernstudium lernt. Im Gefängnis, so Manning, gehe sie früh zu Bett und stehe bereits um halb sechs morgens auf. Neben diesen Schilderungen finden sich einige Zitate und persönliche Anmerkungen. Der Stil der Tweets ist eher locker und umgangssprachlich gehalten und auch Emoticons tauchen gelegentlich auf – wenig überraschend, denn immerhin ist Manning, trotz ihres bewegten Lebens, noch keine 30 Jahre alt.

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