Augen auf beim Eierkauf und bei der Berufswahl – Bitsewa-Crackdown in Nepal

Article by · 8. November 2017 ·

Eierkauf:

Was ich euch immer sage, Augen auf beim Eierkauf und uffpasse bei der Berufswahl. Eine Entität hat immer nur den Wert, den man ihr beimisst. Gegenwärtig misst man dem Bitcoin eine Menge bei und das in ganz unterschiedlicher Hinsicht. Unabhängig von seinem aktuellen Stand von über 7.000 Dollar wird er als Chance für den einen und als Gefahr von den anderen gesehen. Und so kommt es auch in Nepal zu interessanten Entwicklungen. Mit dem jüngst angelaufenen Bitcoiner-Crackdown in Nepal ging gerade Nepal’s First Bitcoin Company and Digital Assets Exchange vom Netz und die angelegten Eier sind weg. Oder auch nicht, denn wer jetzt Angst um sein Erspartes hat, kann ganz beruhigt sein. Das Geld ist nicht wirklich weg, es hat jetzt nur ein anderer, nämlich Nepals Regierung bzw. die mit ihnen verquickten Akteure. Die Seite www.bitsewa.com, die zur Bitsewa Pvt Ltd. gehört, ist gegenwärtig nicht erreichbar. Bis vor kurzem konnte man hier noch nach Herzenslust die unterschiedlichsten Blockchain-Assets wie zum Beispiel Bitcoin, Litecoin, Ethereum, Ripple, DASH… traden.

Berufswahl:

Wer von Euch keinen Beruf hat, oder wer eines Morgens aufwacht und feststellt er ist GVU-Ermittler, oder arbeitet bei einem der staatlichen Dienste oder wer es sonst irgendwie geschafft hat, sein Leben zu verkacken und nun auf der Suche nach einem anständigen Beruf ist und es vielleicht in Erwägung zog, Bitcoiner oder Guru oder beides zu werden – was nur in Nepal geht, wie jeder weiß – sollte noch einmal nachdenken, denn ehe du dich versiehst, hat man dich an den Eiern. Dann greift der starke Arm des Gesetzes durch und die Kohle ist weg (also woanders). So erging es jüngst den beiden Bitsewa-Ober-Ottos: Ram Dhakal, 32, und Purusottam Dhar Tuladhar, 26, die jetzo hinter nepalesischen Gardienen sitzen und gesiebte Luft atmen dürfen. Die Frage, ob Bitcoiner oder Guru stellt sich ihnen nun nicht mehr. Befreit von irdischen Lasten können sie sich derzeit der Meditation widmen, wenn es die sicherlich eng gefasste terminliche Situation in staatlicher Obhut zulässt, denn dort werden sie, wie in aller Welt, als Heilsbringer verehrt und gefeiert. Langweilig wird es ihnen dort sicher nicht werden, denn schon in den vergangenen Wochen wurden sieben weitere Bitcoinakteure dingfest gemacht. Während die beiden Bitcoin-Gurus in anderen Teilen der Welt gern gesehen sind, stuft man sie in Nepal als Untergrundkriminelle ein:

Die Himalayan Times vermutet sie “…under the cloak of online technology business…”.

Recht des Strärkeren in Nepal:

Ihr Verhalten wäre in den meisten Ländern völlig in Ordnung. Weltweit sind über 1100 Cryptocurrencies im Umlauf. Die Begründung, mit der man vorgeht und welche sich auf den Nepal Rastra Bank Act bezieht, ist zudem unverständlich und wenig nachvollziehbar. Bei dem Nepal Rastra Bank Act handelt es sich um einen 49-Seiten-Dokument, das 2002 veröffentlicht und 2006 überarbeitet wurde. Cryptocurrencies, wie Bitcoin, finden dort allerdings keine Erwähnung. So bleibt unklar, welcher Teil der Statuten verletzt sein soll.

#FreeBitsewaFounders:

bitsewa logoBitsewa gibt dazu Folgendes bekannt: “Our founders were arrested … and kept with the CIB for further investigations… There was another group of 7 individuals arrested for running a bitcoin exchanges in Nepal as well, they were the first to get arrested and they were bailed out a few days ago. We’re hoping we will be heading that way soon once CIB take our guys to court with their case, but we aren’t sure about the court date yet.”

Auch ich hoffe das Beste für die beiden Bitcoin-Ottos.

Euer Andreas Köppen

Bildquelle: Simon, thx! (CC0 Public Domain)

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