Anonymous: Hacktivisten erklären Trump den „totalen Krieg“

Hacktivisten des Internet-Kollektivs Anonymous erklären in einem neuen Video den „totalen Krieg“ gegen den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Der derzeit aussichtsreichste republikanische Bewerber um die Kandidatur bei den Wahlen im Herbst steht schon länger im Fadenkreuz von Anonymous. Mit dem neuen Video sollen diese Bemühungen aber nach dem Willen der Hacktivisten intensiviert werden.

"Anonymous" by Juan Osborne @ DeviantArt

„Anonymous“ by Juan Osborne @ DeviantArt

„Anonymous Loyalists“

Der Sprecher des Videos gibt sich selbst als langjähriger Mitstreiter und Organisator aus den Reihen des Internet-Kollektivs zu erkennen. Sich selbst und Gleichgesinnte bezeichnet er als „Anonymous Loyalists“. Aus dieser Position heraus will er nun an die bisherigen Erfolge der „#OpTrump“ genannten Aktionen gegen den kontroversen Politiker anknüpfen.


„Abstoßende Ideen und Handlungen“

https://youtu.be/Ciavyc6bE7A

Das Video zeigt einige der von Anonymous – und auch vielen anderen Menschen – kritisierten Ausfälle Trumps. Darunter sind rassistische Äußerungen gegen Mexikaner (die illegale Einwanderung armer Mexikaner wird gerade von konservativen US-Amerikanern als großes Problem angesehen und Trump will die Grenzen nach eigener Aussage mit Waffengewalt verteidigen), sexistische Kommentare gegenüber einer ganzen Reihe von Frauen, Prahlereien Trumps über sein umfangreiches Vermögen und sein berüchtigter Angriff gegen den körperbehinderten New-York-Times-Reporter Serge Kovaleski, der gewagt hatte, Trumps Hetztiraden gegen Muslime zu hinterfragen.

Wegen dieser „abstoßenden Ideen und Handlungen“ müsse Trump zur Rechenschaft gezogen werden, so Anonymous in dem Video. Die Hacktivisten rufen daher dazu auf, nicht nur Trumps Websites durch DDoS-Angriffe lahmzulegen, sondern auch kompromittierende Informationen über den Politiker zu finden und zu veröffentlichen („Doxxing“). Menschen, die sich nicht selbst an solchen Aktionen beteiligen können oder wollen, ruft der Sprecher des Videos auf, das Video weiter zu verbreiten und Werbung für die „#OpTrump“ zu machen.

Schon länger im Visier von Anonymous

Nicht erst seit diesem neuen Video steht Donald Trump im Fadenkreuz der Hacktivisten von Anonymous. So wurde bereits im Dezember 2015 – kurz nach besonders krassen Äußerungen Trumps gegen Muslime – die Website des milliardenschweren Politikers angegriffen. Anfang dieses Monats wurde Trumps Sprachbox geknackt und deren Inhalt veröffentlicht.

Es wird sich zeigen, ob die neue Kriegserklärung den Druck auf Trump noch einmal erhöhen kann. Am 1. April soll laut Video ein besonders heftiger Angriff auf Trumps Website stattfinden.

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12 Kommentare

  1. TSF sagt:

    Welche Gruppe denn? Anonymous? Habe sie ihre Schulden endlich bezahlt? Welche Schulden? Around $35k.
    Anonymous ist wirklich KEINE Heldentruppe.
    Trump handelt legitim. Merkel, zum Beispiel nicht.
    Wenn man überall ein großes A auf die Wände pinselt, weil man ja so liberal ist, sollte man niemals vergessen, dass schon immer denen das Leben schwer gemacht wurde, die einen direkt, oder indirekt bezahlen.
    Es geht gar nicht anders. Sie wissen nur nicht, dass ihr TShirt, mit der Aufschrift „against Trump“, genau von den großen Konzernen hergestellt wird, die sie so heroisch bekämpfen.
    Letztendlich interessiert es niemanden was der kleine Schreihals meint. Würde er durch eigene Arbeit Wohlstand erreichen, sind diese Meinungen gar nicht mehr wichtig.
    Ind er Masse stark, allein feige und verklemmt.

  2. Patrick sagt:

    Ich bin absolut kein Freund von Donald Trump und seiner widerlichen Polemik. Aber mein Problem mit dieser Aktion ist, dass sie damit in eine demokratische Wahl einer souveränen Nation eingreifen, also ihre Meinung als höherwertig ansehen als die der Wähler. Damit gehen sie meiner Meinung nach einen gewaltigen Schritt zu weit. „Wehret“ den Anfängen, sage ich dazu. Wer weiß, wen sie dann als nächsten ins Fadenkreuz nehmen.

    • anonymus sagt:

      Doxxing wäre die alternative ;-)
      Wer nichts zu verheimlichen hat, hat auch nichts zu verlieren ;-)

      • Hugo Zimmermann sagt:

        Genau, ausgerechnet zu diesem Thema muss Goebbels zitiert werden. #facepalm

  3. The_Great_Destroyer sagt:

    kek….script kiddies….*facepalm*

  4. crycfos sagt:

    So ein Quatsch von Anonymus.
    lol OpTrump

  5. Rainer Rupp sagt:

    Das Echauffieren des US-Establishments über die rassistischen und teilweise faschistoiden Tiraden Trumps ist pure Heuchelei, sind es doch die gleichen Eliten, die sonst schnelle dabei sind, jedes US-Kriegsverbrechen, Folter, Drohnen-Morde, terroristische CIA-Umstürze in anderen Ländern oder den Polizei- und Überwachungsstaat in den USA, die rassistische US-Justiz, usw. bedingungslos und wortreich zu rechtfertigen.

    Daher müssen wir uns fragen, was macht Trump richtig, damit ihn der konzentrierte Hass des Establishments trifft? Und da werden wir schnell fündig, z.B. in der Vorwahl-Debatte mit Jeb Bush am 13. Februar. Ohne um den „heißen Brei“ zu reden, machte Trump Jeb’s Bruder George W. Bush und dessen neokonservativen Regierungsklüngel dafür verantwortlich, das amerikanische Volk in vollem Wissen um die Wahrheit im Jahr 2003 „in den Irak-Krieg hinein gelogen“ zu haben. Der Irak-Krieg sei „ein großer fetter Fehler“ gewesen. „Wir haben den ganzen Mittleren Osten destabilisiert.“ Einige Tage später, in der von CNN übertragenen republikanischen Vorwahl-Debatte vom 25. Februar legte Trump nach:

    „Wir wären heute viel besser dran, wenn Gaddafi noch an der Regierung wäre. Wenn unsere Politiker (in Washington, Anm. RR) zum Strand gegangen wären und nichts getan hätten, wären Saddam Hussein und Gaddafi immer noch in Regierungsverantwortung und wir hätten heute nicht überall Terrorismus. …. Gerade jetzt, wo wir hier reden, übernimmt ISIS in Libyen die Ölfelder. Es ist ein totales Durcheinander.“

    Und da wäre auch noch der russische Präsident Putin, den Trump seinen eigenen Worten zufolge sehr schätzt, ebenso wie das russische Engagement an der Seite von Präsident Assad in Syrien gegen die (vom Westen und der Türkei) unterstützten Terroristen.

    Damit hat Trump wichtige, vom gesamten US-Polit-Establishment sorgsam gehütete, außenpolitischen Tabus gebrochen. Trump hat vor breitem Publikum den Verband von der eiternden Wunde der misslungenen US-Aggressionskriege gerissen und auf beiden Seiten des US politischen Spektrums ist das wütende Geheul nicht zu überhören. Indem Trump in der Breite der US-Bevölkerung den unverschämten Mangel an Verantwortlichkeit der US-Polit-Eliten thematisiert, die jubelnd den Mittleren Osten in einen Kessel des Todes und der Zerstörung verwandelt haben, hat er jetzt schon der amerikanischen Gesellschaft und der ganzen Welt einen großen Dienst erwiesen. Kein Wunder, dass Trump jüngsten Umfragen zufolge unter republikanischen Wählern inzwischen größere Zustimmung hat als alle anderen Kandidaten zusammen.

  6. Simon sagt:

    Ja, bis Sie die Welt regieren. Die sind halt die von allen Menschen gewählten höchsten Moralwächter!

  7. conchita_wurst sagt:

    Mit dieser Aktion unterstützen sie doch nur die gegen Kandidaten Clinton und Co.
    Finde den Trump auch nicht gut aber besser als Clinton.
    Die Kriegsuschi wird doch nur da weiter machen wo Obama aufhört…
    Mit Trump könnte vielleicht mal wieder etwas Frieden in der Welt einkehren.


    • Ausgerechnet mit Donald Trump? Also ich bezweifle das. Zwar kann ich Hillary Clinton auch nicht leiden (alleine ihr Geschmuse mit dem Kriegsverbrecher Henry Kissinger, widerlich, und in Sachen Pressefreiheit wird sie wohl auch kaum besser sein als Barack Obama), aber mit Trump bekämen die USA einen Präsidenten, der gegen Muslime, Frauen und sonstwen hetzt, offensichtlich nicht für fünf Cent Selbstbeherrschung besitzt, die Grenzen schließen will und im Wahlkampf mit seinen republikanischen Gegnern darum wetteifert, wer die meisten Menschenrechte übertreten kann, indem er Verdächtige foltert (jeden meiner Vorwürfe kann ich belegen, die ganzen Links lassen sich aber in Kommentaren blöd rein formatieren und würden daher die Lesbarkeit massiv einschränken, weswegen ich sie auf Wunsch nachliefere). Ausgerechnet so jemand soll Frieden bringen? Ich fürchte, wenn der das ganze Waffenarsenal der USA zur Verfügung hat, wird das eher ein noch größeres Desaster als damals bei Double-U. Da meinetwegen lieber Clinton, nicht wünschenswert, aber überstehbar und das geringere Übel…

  8. PiraTz sagt:

    Gut so, ich hoffe das es nicht nur bei dieser Erklärung bleibt. Schließlich ist dieser Trump ja wirklich widerwärtig !!!

  9. Marc sagt:

    Die Gruppe will jetzt allen den Krieg erkären??

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